Bericht der Nordwest-Zeitung vom 18.02.2008

Annie in der Welt der Fantasie
AUFFÜHRUNG Musiktheater begeistert - Stehender Applaus für junge Darsteller


„Annie und die Welt der Gezeichneten“ war der Titel des Stücks. Die Lieder, Songs aus bekannten Zeichentrickserien, waren für die Darsteller eine Herausforderung, die sie aber durchweg meisterten.
DAS STÜCK WAR AM WOCHENENDE ZWEI MAL ZU SEHEN. DIE LEITUNG HATTE MARKUS SOBOTA.

WESTERSTEDE - Es war ein geheimnisvoller Abend, den die Besucher am Sonnabend im voll besetzten Forum der Robert Dannemann-Schule in Westerstede erlebten. 30 Schüler der Musikschule Ammerland präsentierten das Musiktheater „Annie und die Welt der Gezeichneten“. Die Produktion begeisterte die Gäste so sehr, dass sie zum Schluss von ihren Stühlen aufstanden und die Protagonisten minutenlang mit Beifall bedachten.

Die 8- bis 19-jährigen Darsteller ließen in dem gut dreistündigen Stück die Besucher in eine Fantasiewelt eintauchen. Das Menschenkind Anni, hervorragend von Julie Bartholdy verkörpert, traf auf ihrer Suche nach dem „Es“ verschiedene Zeichentrickfiguren aus Disney-Produktionen, die an diesem Abend lebendig wurden und sich gegenseitig unterstützten. So half Herkules, Esmeralda und Quasimodo aus den Fängen des gemeinen Frollo zu befreien.

Durchgängig wurde eine ansprechende Atmosphäre erzeugt, die mit Lichteffekten verstärkt wurde, wobei es im zweiten Teil des Stücks phasenweise düster und etwas gruselig zuging. Und fast sah es so aus, als hätte die Geschichte um Anni kein Happy End.

Ein gutes Jahr hat das Ensemble unter der Leitung von Markus Sobota – aus dessen Feder auch das Stück stammt – an der Aufführung gearbeitet. Dabei hatte es das Ensemble nicht leicht. Gerade die Lieder, Disney-Songs aus den bekannten Zeichentrickserien, waren für die Darsteller eine Herausforderung, die sie an diesem Abend jedoch sehr gut meisterten. Den hohen Anforderungen, die Sobota an die Schüler der Musikschule Ammerland stellt, wurden diese durchgehend gerecht. Unterstützt wurde Sobota bei der Realisierung dieses Projekts von Clemens Bahn, der als sein Regieassistent fungierte. Am Sonntag hatten die Besucher ein zweites Mal Gelegenheit, das Stück „Annie und die Welt der Gezeichneten" zu sehen. Ob es darüber hinaus weitere Aufführungen geben wird, ist abhängig von dem Wunsch der Öffentlichkeit, es noch einmal sehen zu wollen. Die Darsteller jedenfalls wären dazu sofort bereit.
VON ERHARD DROBINSKI